Filmproduktion bei Olympia – Ein Blick hinter die Kulissen der Olympischen Winterspiele in Cortina
15.01.2026: Da ist die Bestätigung. Ich fahre zu den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d’Ampezzo!
Viel Freude und doch stellen sich gleichzeitig viele Fragen, die ich jetzt nach dem Projekt beantworten kann.
Filmproduktion bei Olympia
Olympia ist mehr als ein Wettkampf.
Es ist eine Stadt im Ausnahmezustand, voller Emotionen, verschiedener Nationen und Geschichten, die überall gleichzeitig passieren.
Während der Olympischen Spiele in Cortina d’Ampezzo durfte ich genau diese Geschichten für die FIL – International Luge Federation filmisch begleiten.
Meine Aufgabe:
Social-Media-Videos sowie cinematische Eventfilme rund um das Rodel-Event produzieren und vorher konzeptionieren. Interviews mit Athleten, Filme von Medaillenfeiern und kurze Recap-Videos aus der Stadt.
Was nach kurzen Clips für Instagram oder YouTube klingt, ist in Wirklichkeit eine intensive Produktion mitten im Geschehen.
Ein typischer Drehtag
Ein typischer Tag begann früh.
Mit dem Shuttle ging es von Toblach nach Cortina, wo sich während der Spiele Fans aus der ganzen Welt versammelten.
In der Stadt herrschte eine besondere Atmosphäre:
Menschen mit Flaggen, Musik auf den Plätzen, Fans auf dem Weg zu Events oder einfach mit einem typischen italienischen Espresso in der Sonne. Genau dort entstehen die Bilder, die ich erzählen wollte.
Nicht an der Strecke, sondern mitten im Leben der Stadt.
Mit Kamera, großem Rucksack und kompletter Ausrüstung war ich täglich unterwegs. Oft waren es am Ende über 25.000 Schritte am Tag, immer auf der Suche nach Momenten, die zeigen, wie sich Olympia wirklich anfühlt.
Das Setup war bewusst kompakt: zwei Sony Kameras, drei flexible Optiken und eine 360-Grad-Kamera. So konnte schnell zwischen Interviews, spontanen Szenen und Eventmomenten gewechselt werden.
Begegnungen mit Athleten
Ein besonderer Moment war für mich u.a. das Interview mit Goldmedaillengewinner Max Langenhan.
Wir hatten uns einen Tag nach seinem Triumph am Olympischen Dorf getroffen. Da wir bereits zuvor z.B. das Format „A Day of Max Langenhan“ gedreht hatten, war das Gespräch sehr persönlich und entspannt.
Genau solche Situationen machen Interviews authentisch, wenn man sich abseits und vor der Kamera einfach normal unterhalten kann. Weitere tolle Gespräche entstanden mit Nico Gleirscher, Timon Grancagnolo, Leon Felderer und David Gleirscher.
Das Konzept der Filmproduktion:
Ein dynamisches Kurzformat erschaffen und gleichzeit Raum für persönliche Einblicke der Athleten geben. Die Herausforderung dabei: Athleten sind während der Spiele stark eingebunden und haben oft nur wenige Minuten Zeit.
Also machten wir es im Laufen, beim Spaziergang durch den Wald oder an einer kleinen Hütte.
Wir liefen einen Feldweg entlang, sprachen über das Rennen während ich gleichzeitig Fragen stellte, Kamera und Ton kontrollierte und darauf achten musste, dass das Bild funktioniert.
Genau solche spontanen Situationen sind oft die ehrlichsten.
Die emotionalsten Momente: Medaillenfeiern
Zu den stärksten Momenten eines olympischen Events gehören die Medaillenfeiern.
Im Austria-Haus durfte ich die Silbermedaillenfeier von Jonas Müller begleiten. Eine Scheune voller Emotionen, in dem Athleten, Team und Fans gemeinsam feiern.
Auch die Goldmedaillenfeier von Julia Taubitz im Deutschen Haus war ein besonderer Moment. Ich hatte sie bereits 2024 ein Jahr lang auf ihrem Weg zur Heim-WM begleitet und ihren olympischen Erfolg dann vor Ort mitzuerleben, war etwas ganz Besonderes.
Solche Szenen zeigen, dass Sportfilme nicht nur Ergebnisse dokumentieren, sondern vor allem Emotionen.
Filmproduktion unter Zeitdruck
Ein großer Teil der Arbeit fand nicht vor der Kamera statt, sondern danach. Besonders bei den Medaillenfeiern mussten die Filme bereits am nächsten Morgen online gehen.
Das bedeutete:
- Ankunft der Athleten in der Feierlocation: 21 Uhr
- Dreharbeiten bis etwa 23 Uhr
- Ankunft Hotel nach Rückfahrt gegen 0 Uhr
- Technik aufladen und Footage sicher bis 1 Uhr
- wenige Stunden Schlaf - Aufstehen gegen 7 Uhr
- Schnitt am frühen Morgen
- Freigabe durch den Kunden
- Veröffentlichung noch am Vormittag
Neben den Next-Day Produktionen entstanden während der Olympischen Zeit fünf Interviews mit Athleten, drei Filme von Medaillenfeiern
sowie ein emotionales Recap-Video und ein 360° Flug durch Cortina, die alle während der Games Time veröffentlicht wurden.
Denn die Filme müssen genau dann online gehen, wenn Fans die Geschichten hinter den Medaillen sehen wollen.
Reichweite auf Social Media
Die Videos wurden hauptsächlich für den Instagram-Kanal der FIL sowie den YouTube-Channel produziert.
Die Interviews erreichten jeweils etwa 10.000 bis 20.000 Views.
Das 360-Grad-Video aus Cortina, ein kurzer „Bye-bye-Cortina“-Clip zum Abschluss der Spiele, erzielte sogar über 100.000 Aufrufe auf Instagram.
Das zeigt, wie stark sportliche Events auch über Social-Media weiterleben.
Was ich bei Olympia über Storytelling gelernt habe
Eine der wichtigsten Erkenntnisse und auch eine Bestätigung für mich aus solchen Produktionen ist: Eine gute Vorbereitung ist enorm wichtig! Shotlists, Ideen und ein klarer Plan kombiniert mit spontanen Eingebungen war bei Olympia mein Way-to-go.
Außerdem sind Emotionen oft wichtiger als Perfektion. Ein spektakuläres Bild kann toll aussehen, aber es muss auch einen echten Moment einfangen, wie z.B. ein Blick, ein Lächeln, eine spontane Reaktion. Das erzählt oft eine viel stärkere Geschichte.
Erfahrungen für Unternehmensfilme
Als Filmproduktion, Regisseur und Kameramann produziere ich seit über 8 Jahren Imagefilme, Recruitingfilme und Eventfilme für Unternehmen aus Bayreuth, Bamberg, Coburg, Kronach, Weiden, Erfurt u.v.m.
Erfahrungen aus internationalen Produktionen wie den Olympischen Spielen fließen dabei direkt in meine Arbeit für Unternehmen ein. Denn viele Lehren daraus gelten auch für Unternehmensfilme.
Zum Beispiel:
- authentische Momente, die echte Wirkung erzielen
- echte Menschen vor der Kamera
- eine klare Geschichte, die Emotionen transportiert
Genau deshalb ist Storytelling heute einer der wichtigsten Kriterien in meinen Filmproduktionen.
